Omega-3 Fettsäuren


    ω-3 Fettsäuren pflanzlicher Herkunft  

    • Vorkommen: Im Körper wird aus der in hochwertigen pflanzlichen Ölen wie Leinöl (ca. 58% alpha-Linolensäure), Hanföl (ca. 20% + 2-4% gamma-Linolensäure), Sojaöl (ca. 8%), Rapsöl (ca. 7%), Walnussöl (ca. 5%) und Kürbiskernöl (ca.2%)  vorkommenden alpha-Linolensäure (18:3) die Eicosapentaensäure (20:5) und Docosahexaensäure (22:6), aufgebaut, die dann die unter ω-3 Fettsäuren tierischer Herkunft (s.u.) beschriebenen Stoffwechselwirkungen entfalten können.
    • Körperinterner Stoffwechselweg: Die Effizienz des Stoffwechselweges zum Aufbau der Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure im menschlichen Körper hängt von hormonellen Einflüssen ab. Daher unterliegt die Bildungsrate körperinternen Gleichgewichten, die durch den Lebensstil beeinflussbar sind. Sie wird also nicht allein von der aufgenommenen Menge an alpha-Linolensäure bestimmt.


    ω-3 Fettsäuren tierischer Herkunft   

    • Vorkommen: In nennenswerten Mengen kommen die langkettigen omega-3 Fettsäuren Eicosapentaensäure (20:5) und Docosahexaensäure (22:6) als direkte Wirksubstanzen in Fischen und Meeresfrüchten vor.
    • Stoffwechselwirkungen: Als Ausgangsstoffe der Bildung der Prostaglandine der Serie 3 sind diese Fettsäuren an einer Vielzahl von Stoffwechselwegen beteiligt. Sie können daher unterstützend innerhalb der Behandlung von entzündlichen Erkrankungen des Darmtraktes, aber auch bei anderen mit entzündlichen Vorgängen einhergehenden Prozessen wie Rheuma oder Allergien eingesetzt werden. Darüber hinaus haben sie einen hemmenden Einfluss auf mögliches Tumorwachstum. Die omega-3 Fettsäuren unterstützen die Normalisierung des Blutcholesterin- und -triglyceridgehaltes. Unter anderem verbessert sich durch ihren Einbau in die Zellgrenzflächen auch deren Elastizität. Sie wirken also in mehrfacher Hinsicht arteriosklerotischen Vorgängen entgegen (s.a. unten) .


      ω-3 Fettsäuren als Supplement (Nahrungsergänzung): Wann ist die Ergänzung sinnvoll?

      Bei Hyperlipidämie, aber insbesondere bei erhöhten Triglyzeridwerten, sollte die Aufnahme von 1,5 g omega-3 Fettsäuren zunächst voll ausgeschöpft werden, bevor der zusätzliche Einsatz von Fibraten indiziert ist. Auch bei Patienten nach einer Transplantation oder bei Personen, die sich einer Dialysebehandlung unterziehen, ist der Einsatz von omega-3 Fettsäuren unproblematisch.

      Omega-3 Fettsäuren senken das KHK-Risiko (Koronare Herzkrankheit) über vielfältige Mechanismen (Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes, Gefäßerweiterung und Blutdrucksenkung, Lipidregulierende Wirkung s.o., antientzündliche und antiatherogene Effekte, Verminderung des thrombogenen Potentials, antiarrhythmische Wirkung)

      Bei entzündlichen Darmerkrankungen (u.a. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) werden bis zu 5 g omega-3 Fettsäuren supplementiert um dem Enzündungsgeschehen entgegenzuwirken.

      Auch bei rheumatischen Erkrankungen beeinflusst der Einsatz von 30 mg omega-3 Fettsäuren pro kg Körpergewicht oder mehr, bei gleichzeitiger lacto-vegetabiler Kost, den Krankheitsverlauf günstig.

      Bei Krebserkrankungen wirken die omega-3 Fettsäuren des Fischöls stimulierend auf das Immunsystem und aus diesem Grund hemmend auf das Krebsgeschehen.


      Beispiele für Präparate
      aus der Apotheke, die die omega-3 Fettsäuren Eicosapentaensäure (20:5) und Docosahexaensäure (22:6) oder deren Ethylester liefern: Ameu® 500 mg (Omega Pharma GmbH Berlin), Biomol anti-cholesterin (Kyramed), Biomol omega-3 (Kyramed), Doppelherz® aktiv Omega-3 Konzentrat aus Seefischöl, Omacor® (Solvay Arzneimittel).
       
       

    last update 01/2008
    © Bettina Schwiegelshohn 2001



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