Die Grundlage der Ernährung des sportlich Aktiven und Leistungssportlers bildet eine Mischkost unter Verwendung von Vollkornprodukten, Kartoffeln, Gemüse, Obst, fettarmer Milch und Milchprodukte sowie fettarmem Fleisch und Fisch. Die Ernährung entspricht den generellen Ernährungsrichtlinien. Zudem ist auf eine großzügig bemessene Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig. Darüber hinaus gibt es im Folgenden noch speziellere Informationen.
Dem Ausdauersportler wird bei einem Kohlenhydratanteil von 55% - 60%, ein Fettanteil zwischen 25% - 30% und ein Proteinanteil von 10% -15% empfohlen. Bei Kraftsportarten wird die Proteinkomponente mit 15% -20% bei gleichem Fettanteil etwas mehr betont.
Kohlenhydratversorgung:
Der Energiebedarf des Leistungssportlers liegt beim 2-fachen
Grundumsatz. Dieser wiederum wird nach der Formel 1 kcal / kg Körpergewicht
/ Stunde berechnet. Bei einem Sollgewicht von 70 kg liegt damit der
Energiebedarf bei 1680 kcal x 2 = 3360 kcal. Sollen nun 60% der Energie
in Form von Kohlenhydraten (KH) verzehrt werden, entspricht dies 2016
kcal durch KH.
Am folgenden Beispiel wird klar, welche Mengen an Lebensmitteln
dabei pro Tag verzehrt werden können, denn auf circa
2000 kcal durch Kohlenhydrate kommt man mit
Beispiel 1: 300 g Haferflocken + 300 g Vollkornteigwaren + 50
g Roggenbrot + 200 g Äpfel + 200 g Birnen + 200 g Möhren + 200 g
Orangen + 200 ml Fruchtsaft;
Beispiel 2: 400 g Roggenbrot + 500 g Kartoffeln + 500 g Bananen
+ 500 g Weintrauben + 400 ml Fruchtsaft.
Fettversorgung:
Beim Hochleistungssport setzt ein Fettkonsum über 30%
die Leistungsfähigkeit generell herab. Für Ausdauersportler
gilt das Gleiche in noch stärkerem Maß. Die Fette verlängern
die Verweilzeit der Nahrung im Magen, sie beeinflussen den Kohlenhydratabbau
ungünstig und sie begünstigen die Stresshormonausschüttung.
Hieraus ergibt sich die Empfehlung zur fettarmen Auswahl der verwendeten
Produkte, sowie zur fettarmen Zubereitung. Dennoch ist der Aufnahme an
den essentiellen Fettsäuren, die möglichen entzündlichen
Prozessen entgegenwirken, besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Entzündliche
Prozesse im Körper schränken die Leistungsfähigkeit von Muskeln,
Sehnen und Gelenken genauso wie die des Immunsystems ein. Günstigen
Einfluss haben in dieser Hinsicht die omega-3
Fettsäuren und die Di-homo-gamma
Linolensäure.
Kommen wir auf das obige Beispiel zurück, so entsprechen 25% Fett
bei einer Ernährung mit 3360 kcal 504 kcal von Fett. Dies erreichen
Sie, wenn Sie an einem Tag folgendes essen:
Beispiel 1: 4 Esslöffel Rapsöl + 50 g Parmesan;
Beispiel 2: 500 ml Milch 1,5% Fett + 20 g (= 4 Messerspitzen)
Margarine reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren + 100 g Lachs
+ 1 Esslöffel Olivenöl;
Beispiel 3: 500 g Joghurt 1,5% Fett + 100 g Heilbutt + 50 g Walnüsse
+ 1 Esslöffel Olivenöl.
Eiweißversorgung:
Der Eiweißbedarf errechnet sich nach der Formel 0,8 g
Protein / kg Körpergewicht (KG). In Phasen intensiven Muskelaufbaus
sind nicht mehr als 0,2 g bis 0,3 g Eiweiß / kg KG zusätzlich
notwendig. Bei einem Körpergewicht von 70 kg entspricht der oben postulierte
Eiweißanteil der Ernährung von 15% Protein bereits 1,8 g / kg
KG. Eine zusätzliche Eiweißanreicherung der Kost ist daher nicht
sinnvoll, zumal überschüssiges Eiweiß für die Energiegewinnung
verwendet wird und eine erhöhte Harnstoffausscheidung notwendig macht.
Dies wiederum führt zu einer Mehrbelastung der Niere und wird mit Nierenschäden in Verbindung gebracht.
Kommen wir auf das obige Beispiel zurück, so liefern beispielsweise
bereits 300 g Haferflocken und 300 g Vollkornnudeln zusammen 80 g Eiweiß,
ohne dass Milch oder Milchprodukte oder das pflanzliche Eiweiß von
Gemüse und Obst, geschweige denn Fisch, Fleisch oder Hülsenprodukte
dazugerechnet wurden. Die Eiweißversorgung stellt also keinerlei Problem
dar. Geachtet werden sollte in jedem Fall
auf die Variation innerhalb der Eiweißquellen.
Anmerkung: Dem Sportler ist zu empfehlen
viel Obst zu essen, da es wichtige Mineralien, Spurenelemente, Vitamine und
sekundäre Pflanzenstoffe enthält und dabei den Fett- und Eiweißstoffwechsel
nicht ungünstig beeinflusst.
Geeignete Eiweißquellen für Sportler:
Nahrungsergänzung:
Für den stoffwechselgesunden Freizeitsportler besteht bei
einer gesunden Mischkost keine Notwendigkeit einer Supplementierung.
Der Hochleistungssportler und noch verstärkt
die Hochleistungssportlerin haben einen
deutlich erhöhten Eisenumsatz. Dies macht unter Umständen eine Nahrungsergänzung
sinnvoll.
Zu bedenken gilt, dass eine
unausgewogene Ernährung bei
jungen menstruierenden Frauen und
noch häufiger bei Leistungssportlerinnen - aber auch bei Leistungssportlern
- zu einem Eisendefizit führen kann. Vielfach kommen darüber
hinaus bei Frauen orale Kontrazeptiva zum Einsatz, die den Bedarf an wasserlöslichen
Vitaminen erhöhen. Unter diesen Vitaminen ist Vitamin B2, B6, B12
und die Folsäure direkt oder indirekt an der Blutbildung und damit
an der Eisenverwertung des Körpers beteiligt. Diese
Konstellation kann sich auf den Eisenstoffwechsel
ungünstig auswirken und zu einer
Anämie führen.
An dieser Stelle sei sowohl vor einer überhöhten prophylaktischen
Substitution, als auch vor einer unausgewogenen Nahrungsergänzung
gewarnt. Eine Eisenüberladung des Körpers
durch überhöhte Substitution stellt für den Körper
einen Stressfaktor dar und ist für die sportliche Leistungsfähigkeit
kontraproduktiv. Außerdem
konkurrieren Eisen, Zink und Kupfer gegeneinander um die Aufnahme in den
Körper. Alle genannten Stoffe haben unterschiedliche aber wichtige
Funktionen im Körper. Entsteht durch eine hohe Eisenzufuhr ein Zinkmangel,
so hat dies beispielsweise erhebliche Auswirkungen auf das Immunsystem,
die Haut und die Wundheilung.
last update 10/2003
© Bettina
Schwiegelshohn 2001