Die Histamin - Unverträglichkeit!
Eine
Histamin - Unverträglichkeit kommt bei circa 1 % der
Bevölkerung vor,
wobei überwiegend Frauen davon betroffen sind.
Die Ursache liegt in einem vorübergehenden oder permanenten
Mangel oder einer Hemmung des Enzyms
Diaminooxidase (DAO) im Dünndarm. Es kann aber auch sein,
dass es durch eine Veränderung der Dünndarmpermeabilität
zu Reaktionen kommt, denn der Pathomechanismus ist bis jetzt noch nicht
geklärt (Imke Reese, München,
Ernährungsumschau 5/08 S314).
Unverträglichkeiten
werden nicht durch spezifische Antikörper oder sensibilisierte
Zellen ausgelöst. Sie entstehen abhängig von der
aufgenommenen Dosis der auslösenden Substanz, also Histamin oder
andere biogene Amine,
die
in Lebensmitteln enthalten sein können. Das
Histamin wird dabei aus der in Lebensmitteln enthaltenen essentiellen
Aminosäure L-Histidin gebildet. Daneben
sind auch Histamin-Liberatoren als Ursache zu nennen (siehe unten).
Als
Symptome der Histamin-Unverträglichkeit treten u.a.
Kopfschmerzen, rinnende Nase, Atemwegsobstruktionen, schneller
Pulsschlag, Magen-Darmbeschwerden und niedriger Blutdruck auf.
Insbesondere sind Patienten mit Allergien
und einem erniedrigten Vitamin B6 Gehalt des
Körpers gefährdet eine erniedrigte Toleranzschwelle
gegenüber Histamin und damit eine verminderte Aktivität der
Diaminooxidase zu besitzen. Zusätzlich kann die Einnahme von
bestimmten Medikamenten oder Alkohol die Enzymaktivität der
Diaminooxidase hemmen.
Quelle:
u.a. Jarisch R. Histamin-Intoleranz, 2.
Auflage,Thieme Verlag, 2004
Es
ist das Beste die auslösenden Faktoren zu meiden und daher frische Produkte
vorzuziehen.
Zusätzlich hat das
genauen Studieren der Zutatenliste
aller
in der Küche verwendeten Produkte höchste Priorität.
Medikamentöse
Therapie: Es gibt das Präparat Daosin® von
der Melbrosin GmbH Berlin
(früher hieß das Präparat PelLind®-Kapseln) mit der
Wirksubstanz Diaminooxidase. Dieses Enzym hilft bei
Histaminunverträglichkeit überschüssiges Histamin zu
verarbeiten.
Test auf
Histamin-Unverträglichkeit: Seit 2003 gibt es einen
enzymatischen Test zum Nachweis einer
Histamunverträglichkeit im Blut, der auch zur
Überprüfung einer
Therapie
herangezogen werden kann (z.B. durchführbar täglich zwischen
8:00 und 16:30
bei Laboratoriumsmedizin Dortmund, Dr. Eberhard und Partner,
Brauhausstraße 4,
44137 Dortmund, tel 0231 95720.) Leider gibt es auch Fälle in
denen der Test negativ ist, obwohl eine Histamunverträglichkeit
vorliegt. Es
ist in jedem Fall sinnvoll
gleichzeitig den Vitamin B6 Status bestimmen zu lassen, da erniedrigte
Werte eine
Fehlfunktion der DAO verstärken.
Auslösende Stoffe:
Histamin, biogene Amine und Histamin-Liberatoren:
Achtung!!
Ungewollt entstehen
biogene Amine oft in hohen Konzentrationen durch
unsachgemäße
Behandlung in bakteriell kontaminierten verdorbenen Lebensmittel. Relativ
hohe Konzentrationen entstehen gewollt in mikrobiell
hergestellten Lebensmitteln wie Hefeextrakt und Sojasauce. Histamin bildet sich
insbesondere unter
Verwendung
von Mikroorganismen in bestimmten Käsesorten, Sauerkraut, Rotwein
und Rohwurst.
Unter
Fleisch
und Fleischwaren meiden :
- Wurstwaren wie Bratwurst, Cervelat,
Mettwurst, Aufschnitt;
- rohe, geräucherte und gepökelte
Wurstwaren wie Salami, Bündnerfleisch, Rohschinken, Schinken,
Räucherschinken, Landjäger etc.
- verdorbenes Fleisch
Unter
Fisch meiden:
- Thunfisch, Makrele, Sardine, Sardelle,
Krustentiere, Hering, insbesondere auch als Konserve und als
marinierte, gesalzene oder getrocknete Fische
- Fischsaucen
- verdorbener Fisch
- besser geeignet
sind Fische aus kalten
Hochseegewässern frisch oder tiefgekühlt
Unter
Käse meiden:
- alle Hart-, Weich- und Schmelzkäse
- besser geeignet
ist Frischkäse wie
Hüttenkäse, Quark und andere Milchprodukte wie Milch, Joghurt
und Rahm
Unter
Gemüse meiden:
- Sauerkraut, milchsauer eingelegtes
Gemüse, Spinat, Tomaten, Aubergine, Avokado, Pilze
- besser geeignet alle anderen
frischen und
tiefgekühlen Gemüse
Außerdem meiden:
- Rotwein, Weisswein, Bier, Hefeextrakte,
Sojasauce.
Folgende Nahrungsmittel enthalten biogene
Amine: Schokolade,
Banane, Ananas, Avokado, Tomate, Aubergine, Walnuss, Fisch und
Schalentiere.
Und zu den Histamin-Liberatoren
zählen: Schokolade,
Kakao, Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Schalen- und Krustentiere,
Nüsse (vor allem ranzige).