Bezüglich des Körpergewichts ist sowohl Untergewicht als auch Übergewicht zu vermeiden. Die Insulindosis muss daher an den kalorischen Bedarf und damit den Kohlenhydratverzehr angepasst werden. Bei Übergewicht ist insbesondere für den Personenkreis unter 65 Jahre eine langsame Normalisierung des Gewichtes anzustreben.
Aus
dem Ballaststoffgehalt von Lebensmitteln können
Rückschlüsse gezogen werden, wie schnell der
Kohlenhydratanteil des Nahrungsmittels ins Blut übertritt. Der glykämische Index von
Nahrungsmitteln ist ein über Versuchsreihen ermittelter Messwert,
für den Übertritt der Kohlenhydrate eines Nahrungsmittels ins
menschliche Blut.
Alkohol ist eine bedeutsame Energiequelle und birgt die Gefahr von Unterzucker, weshalb er in Verbindung mit kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln getrunken werden sollte. Dabei gilt für Frauen 16 g (circa 1 Glas Wein oder 0,33 l Bier), für Männer 24 g Alkohol als tägliche Höchstmenge.
Diabetikerprodukte enthalten meist große Fett- und Energiemengen. Es findet sich daher keine Begründung einer Empfehlung zum Verzehr derartiger Produkte.
Mineralstoffe muss der Diabetiker im Normalfall nicht in Form von Tabletten zuführen, da kein krankheitsbedingt erhöhter Bedarf besteht. In Bezug auf die Verwendung von Salz ist eher Vorsicht geboten, denn der Richtwert von 6 g pro Tag ist schnell erreicht, wenn 2 Scheiben Brot belegt mit 30 g Camembert 30% Fett i.Tr. schon circa 1 g NaCl liefern.
Olivenöl eignet sich besonders. Olivenöl besteht zu fast 80% aus einfach ungesättigten Fettsäuren. Ebenfalls reich an dieser Fettsäure ist Rapsöl, Sojaöl, Haselnussöl sowie Avocado. Die einfach ungesättigten Fettsäuren erhöhen die Sensitivität der Körperzellen auf Insulin und verbessern damit die diabetische Stoffwechsellage. Im Gegensatz dazu führt ein hoher Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren innerhalb der Ernährung durch einen hohen Verbrauch z.B. an Distelöl, Sonnenblumenöl oder Maiskeimöl zur Verminderung des HDL und verstärkt die Gefahr von schädlichen oxidativen Veränderungen.
Omega-3 Fettsäuren sollten über den regelmäßigen Verzehr von Fisch (bis zu 3 mal pro Woche) zur Verfügung gestellt werden. Aus einer speziellen Supplemetierung mit Fischölkapsel zieht der Diabetiker dagegen keinen gesicherten Nutzen.
Pflanzliche Medikamente Heute kaufen viele Menschen pflanzliche Präparate, sei es zur Verbesserung des Wohlbefindens oder weil der Glaube herrscht pflanzliche Mittel seien weniger gefährlich als Pharmaka. Allerdings sollten Sie Ihren Arzt oder Ernährungsberater über die regelmäßige Einnahme derartiger Präparate informieren, da es zu Wechselwirkungen zwischen pflanzlichen Präparaten und Pharmaka kommen kann, die zu einer Verstärkung, aber auch Verminderung der Wirksamkeit von Pharmaka führt .
Variation Innerhalb
der Ernährung ist die Variation mit einer besonderen Gewichtung
des Anteils an Gemüse, Hülsenfrüchte, vollwertigen
Getreideprodukte und Obst vor allem im Hinblick auf die Vermeidung von
diabetischen Spätkomplikationen wichtig.
Vitamintabletten sind nicht
erforderlich bei einer Ernährung reich an Gemüse bzw. Rohkost
(600 g oder mehr), Obst (250 g oder mehr) und vollwertigen
Getreideprodukten. Gleichzeitig sorgt eine derartige Ernährung
für die Versorgung an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, die
wie auch die Carotinoide, Tocopherole und das Vitamin C, antioxidative
Wirkung im Körper entfalten.
last update 10/2006
© Bettina
Schwiegelshohn 2001